Stahlrohre sind im Rohrleitungsbau überall zu finden: in Fernwärmenetzen, in Gas- und Industrieleitungen oder als Schutzrohre. Für ihre Verbindung stehen mehrere Lichtbogen-Schweißverfahren zur Verfügung. Welches am besten passt, hängt von Werkstoff, Wanddicke, Durchmesser, Einbausituation und den Vorgaben des Auftraggebers ab. Die drei wichtigsten Verfahren auf der Baustelle sind WIG, E-Hand und das Fallnahtschweißen.
WIG-Schweißen
Beim Wolfram-Inertgas-Schweißen (WIG, international TIG) brennt der Lichtbogen zwischen einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode und dem Werkstück. Ein Schutzgas – meist Argon – schirmt das Schmelzbad ab, der Zusatzwerkstoff wird von Hand zugeführt.
- Stärken: sehr saubere, präzise Nähte, kaum Spritzer, gute Kontrolle über das Schmelzbad. Besonders geeignet für Wurzellagen und dünnere Wände.
- Grenzen: vergleichsweise langsam; das Schutzgas reagiert empfindlich auf Wind, deshalb ist auf der Baustelle oft ein Windschutz nötig.
E-Hand-Schweißen
Beim Lichtbogenhandschweißen (E-Hand, international MMA) schmilzt eine umhüllte Stabelektrode ab. Die Umhüllung bildet Schutzgas und Schlacke, die das Schweißgut schützen.
- Stärken: robust, unempfindlich gegenüber Wind, mit wenig Ausrüstung einsetzbar und für viele Positionen und Werkstoffe geeignet – ideal für Baustellen und Reparaturen.
- Grenzen: die Schlacke muss nach jeder Lage entfernt werden; die Qualität hängt stark von der Erfahrung des Schweißers ab.
Fallnahtschweißen
Das Fallnahtschweißen ist eine Sonderform des E-Hand-Schweißens, die vor allem im Pipelinebau verbreitet ist. Am liegenden Rohr wird von oben nach unten geschweißt, häufig mit speziellen, meist zellulose-umhüllten Stabelektroden.
- Stärken: hohe Schweißgeschwindigkeit und damit hohe Produktivität auf langen Leitungsabschnitten.
- Grenzen: anspruchsvolle Technik, die viel Übung erfordert; nicht für jeden Werkstoff und jede Anforderung geeignet.
Die Verfahren im Überblick
| WIG | E-Hand | Fallnaht | |
|---|---|---|---|
| Nahtqualität / Optik | sehr hoch | hoch | hoch |
| Geschwindigkeit | gering | mittel | hoch |
| Windempfindlichkeit | hoch | gering | gering |
| Typischer Einsatz | Wurzellagen, dünne Wände | Baustelle, Reparatur, Füll- und Decklagen | lange Stahlrohrleitungen |
In der Praxis oft kombiniert
Häufig werden die Verfahren kombiniert: Die Wurzel wird zum Beispiel im WIG-Verfahren geschweißt, Füll- und Decklagen anschließend mit E-Hand. So verbindet man eine saubere, durchgeschweißte Wurzel mit einem wirtschaftlichen Arbeitsfortschritt. Welche Kombination richtig ist, legen in der Regel die Schweißanweisung und die Anforderungen des Auftraggebers fest.
Prüfung und Qualifikation
Je nach Leitung und Auftraggeber werden Schweißnähte durch Sichtprüfung, zerstörungsfreie Verfahren wie Durchstrahlungs- oder Ultraschallprüfung und eine Druckprüfung der Leitung kontrolliert. Für die Schweißer selbst ist die Prüfung nach DIN EN ISO 9606-1 der übliche Qualifikationsnachweis beim Schmelzschweißen von Stahl.
Stahlrohrschweißen mit WeldPipe
Unser Team ist auf das Schweißen von Stahlrohren im WIG-Verfahren, im Fallnahtschweißen mit Stabelektroden sowie im E-Hand-Schweißverfahren spezialisiert. Sie suchen Schweißer für Ihre Rohrleitung? Schildern Sie uns Ihr Projekt oder rufen Sie uns an.